Nashville

Mit einiger Verspätung kommt nun auch mein Bericht von Nashville, wo ich wie angekündigt mit den anderen deutschen Austauschstudenten war. Da es nur etwas über 3 Stunden reine Fahrzeit sind pro Richtung, hat es sich durchaus gelohnt, daß wir dort waren, auch wenn es ja nur zwei Tage waren.
Die Stadt wirkt irgendwie gemütlicher, viel übersichtlicher und sauberer als Memphis, obwohl sie gar nicht so viel kleiner ist. Als Hauptstadt der Countrymusik (natürlich waren wir auch in ein paar Countrybars; kostenlose Live-Auftritte gibt’s natürlich schon nachmittags) darf natürlich eine „Zweigstelle“ des Sun Studios nicht fehlen; dort kann man sogar seine eigene Platte aufnehmen lassen (wir konnten aber nicht rausfinden, ob es eine richtige Schallplatte oder bloß ne CD gewesen wäre). Fast hätten wir das sogar getan, aber es mangelte noch an einem Lied. Mehr kann ich aber momentan noch nicht sagen… Ihr dürft jedenfalls mal wieder gespannt sein, aber bitte nicht zu sehr, damit ihr nicht enttäuscht seid, falls es doch nicht mehr klappt. 😉
Eine Seitenstraße bei Tag

Da ja Thanksgiving vorbei ist, hat man natürlich in Amerika mittlerweile überall kitschige Weihnachtsbeleuchtungen installiert:

Daß man auch Spaß haben kann und verrückte Dinge machen kann, ohne betrunken zu sein, haben wir mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Na gut, Dr. M. und ich haben ein bißchen Dr. Pepper getrunken, aber längst nicht genug, um davon betrunken zu werden.

Am Sonntag haben wir abschließend mal wieder unsere Kreditkarten schmelzen lassen; ich hab mir hauptsächlich neue Sportklamotten gekauft, die ich heute auch endlich einweihen konnte.
Montag und gestern waren mal wieder sehr belastend, weil ich enorm viele Dinge zu erledigen hatte. Ein „Problem Set“ über ein paar Ergebnisse von Gauß höchstpersönlich, wo ich mich etwas mehr berufen fühlte als sonst, und auch interessierter an den Beweisen bzw. Lösungen war als sonst; außerdem haben wir so was ähnliches teilweise in Algebra gemacht, und ich wollte natürlich mal testen, wie gut ich mich noch erinnern konnte. Muß zu meiner Schande gestehen, daß ich teilweise sehr stark auf die Hilfe des Internets angewiesen war. Bei Interesse findet ihr hier eine frühere Version von HoM9.pdf.
Gestern war ja meine Präsentation, die aber nicht so sonderlich gut war. Während es im normalen Alltag eigentlich keine so großen Probleme mit der Verständigung gibt und ich auch meistens irgendwie umschreiben kann, was ich meine, war der Vortrag doch eine ganz schöne Herausforderung. Ich finde es ja auf Deutsch schon schwer genug, gleichzeitig zu schreiben, zu reden, mitzudenken und sogar schon vorauszudenken, was als nächstes kommt. Da hier mein Thema eher seicht war, habe ich nicht damit gerechnet, in Sprachprobleme zu geraten. So hatte ich schon nach ca. 8 Minuten keine Lust mehr und habe aufgegeben. Note weiß ich noch keine, aber zu meiner Verteidigung kann ich schon mal sagen, daß ich meine Leistung höher einschätze als die von manchen meiner Kommilitonen, die teilweise als Thesenpapier bloß etwas aus dem Internet ausgedruckt haben und selbiges dann vorgelesen haben. Ich habe sogar die Sätze, die ich vorgestellt habe, selber bewiesen. Dafür waren sie aber deutlich besser angezogen als ich (immerhin hatte ich mir zumindest noch ein Hemd zugelegt und angezogen). Überhaupt war das ziemlich albern, sie haben sich sogar mit Namen vorgestellt (Fußnote: ok, das hab ich in meinem Proseminar damals auch gemacht *g*). War jedenfalls mal wieder ne interessante Erfahrung.
Heute morgen war eine Topologie-Klausur, vor der ich mich erst etwas gefürchtet habe, weil ich da in letzter Zeit nicht so gut aufgepaßt habe und die ganzen verwirrenden Begriffe durcheinanderwerfe. Dafür, daß ich mal wieder keine Lust (aber auch keine Zeit!) zum Lernen hatte, lief es aber mal wieder recht gut; es wurden nur Beweise gefragt, die wir alle schon in der Vorlesung hatten und die auch nicht so schwer sind (stetiges Bild zusammenhängender Mengen ist zusammenhängend, stetige Funktionen sind auf kompakten Mengen gleichmäßig stetig, geschlossene Teilmengen kompakter Mengen sind kompakt, sowie ein weiterer Beweis). Da war meine PDE-Klausur mal wieder viel schlimmer. Zwar war es wieder eine zum mit-nach-Hause-nehmen, aber dafür umso umfangreicher. Hab mal wieder nicht viel mehr als die Hälfte.
Zu meiner Enttäuschung ist heute HoM ausgefallen, wir waren zunächst aber auch nur zwei Zuhörer (später drei). Der Dozent wirkte etwas sauer, weshalb wir am Freitag einen Test schreiben. Also ich hätte heute lieber Vorlesung gemacht als am Freitag Test. 😉

Mit einiger Verspätung gibt’s hier noch zwei Videos, wo Dr. M. und Dr. P. auf nächtlicher Mission sind, um den Dr. Pepper-Automaten leer zu machen:

So, jetzt seid ihr wieder auf dem neusten Stand. Nein, nicht ganz: Hab jetzt meinen Rückflug gebucht. Da ich wohl leider etwas spät dran war, komme ich blöderweise erst nächstes Jahr. Eigentlich wollte ich ja ganz überraschend auf der Weihnachtsfeier auftauchen, aber daraus wird dieses Jahr nix. 🙁 Zu der Zeit werde ich mich stattdessen in die Sonne setzen. 🙂 Urlaub ist schon gebucht… 😛

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